CANYONLAND bei MOAB

Am Samstag den 04.09.10 bin ich ins Canyonland gefahren. Schon alleine bis zum Visitor Center sind es 50km. Gleich danach hat man einen fantastischen Blick hinunter auf die sogenannte Shafer Trail Road. Eine in den steilen Canyonfelsen hinein geschlagene Trasse, die sich in atemberaubenden Serpentinen hinunterwindet ins Canyontal. Nur freigegeben für 4x4 Fahrzeuge und natürlich für Motorcicles. Ich habe an diesem Tag eine andere 4-wheel-drive Route versucht, mußte aber einsehen , daß mit abgefahrenen Hinterreifen, der in der Mitte gleich null Profil mehr hat, dieses einfach zu riskant ist. 

Also schweren Herzens die Finger davon gelassen und mit den weiteren folgenden Overlook Points und kurzen Wanderungen, an diesem Tag sich zufrieden gegeben. Für ½ 6 Uhr war ich mit Karl am Parkplatz (im Arches Park) verabredet, damit wir gemeinsam zum Delicate Arches wandern um ihn beim Sonnenuntergang zu bewundern. Bei der Fahrt in den Arches Nat. Park treffe ich zufällig Andrea und Georg wieder, die ich im Yellostone  Park Campground getroffen habe. Zu viert hatten wir dann einen unterhaltsamen, lustigen Aufstieg. Es saßen bereits ca. 50 Personen oben und einer nach dem anderen wollte sich im Delicate Arsch, fotografieren lassen. So hatte man nur Sekunden um den Arsch mal ohne irgendwelche winkenden oder sich verrenkenden Touristen, zu fotografieren. Als die Sonne dann ihren niedrigsten Stand erreichte und damit am kräftigsten leuchtete, wurde jedoch kräftig gebuht und geschrien bis sich niemand mehr hinein traute, damit man endlich seine Fotos schießen konnte wie man wollte.

  

Gleich danach setzte sich die Karawane in Bewegung und alles strömte den Berg hinunter, denn als wir unten waren, war es bereits stockfinster. Doch unglaublich, es kamen uns immer noch Menschen entgegen die den Arche vermutlich im stockfinstern sehen werden, wenn überhaupt. Das war ein anstrengender Tag und so viel ich nach ein paar Bissen, die Doris für uns vorbereitet hatte, hundemüde ins Zelt.

Der nächste Tag wurde zm Ausruhen und grillen gebraucht, wobei immer stärker aufkommender Wind und drückende Schwüle schon etwas andeutete. Am Montag (Laborday) hatten wir noch schönes Wetter, aber bereits eine deutlich abgesunkene Temperatur. Erst der Dienstag brachte dann die Überraschung mit einem stark bewölkten Himmel, leichtem Regen und unangenehmer 26° kühler Luft.   Trotzdem fuhr ich nochmal hoch ins Canyonland um den MESA ARCHE anzusehen. Ehrlich, der Delicate Arche hat mir besser gefallen.  Dann hab ich noch Reifen bestellt, die am Donnerstag montiert werden und für Morgen hab ich noch einen PrivateRoom im Hostel reserviert, damit ich endlich  mal wieder in einem Bett schlafen kann, seit Monaten. Die folgende Nacht hat es natürlich nochmal kräftig gedonnert und geregnet und auch beim Zelt abbauen kommt noch mal ein richtig kräftiger Schauer, so das ich das Zelt patschnass  einpacken muß.

 

 

 

Dann hab ich noch Reifen bestellt, die am Donnerstag montiert werden und für Morgen hab ich noch einen PrivateRoom im Hostel reserviert, damit ich endlich  mal wieder in einem Bett schlafen kann, seit Monaten.


Chili Ceese und Brewery


Die folgende Nacht hat es natürlich nochmal kräftig gedonnert und geregnet und auch beim Zelt abbauen kommt noch mal ein richtig kräftiger Schauer, so das ich das Zelt patschnass  einpacken muß. Dann gings ins Hostel, erstmal ausgiebig geduscht, Zelt ausgebreitet und getrocknet, etwas gepennt, etwas geschrieben und dann Karl und Doris beim Laundry getroffen.  Die beiden luden mich dann zum  Cheeseburger Essen ein, Karl wollte unbedingt zu Milt`s Stop & Eat, einem Food Laden den es seit 1954 gibt, der eine Spezialität für über 55 jährige anbietet, nämlich Chili Ceeseburger. Eine Riesenportion mit Unmengen Chili Bohnen darüber. Wir haben es geschafft, brauchten jetzt aber dringend ein Bier, das es dort nicht gab. So gingen wir in die bekannte MOAB Brewery um ein wirklich süffiges Bier zu trinken. Leider mußten wir noch fahren und so blieb es bei einem Pitcher, ca. 1,2 Ltr.

Der legendäre TRAIL    (….and never back)

Donnerstag den 09.09.10  Früh gegen 10 Uhr neue Reifen und Ölwechsel mit neuem Ölfilter gemacht. (270$) Endlich ist das Lenkradflattern weg. Ich habe immer vermutet, daß das der Vorderreifen ist. Nun mit frischen Reifen wollte ich es schon wissen und so fuhr ich erstmal in die Potash Road, eine wunderschöne Straße die sich am Colorado entlang windet, vorbei an tollen Felsformationen an dehnen viel geklettert wird. Nach ca. 25km endet die Teerstraße und es beginnt erstmal eine Schotterstraße.

 

Irgendwann endet die Straße und es zeigen eigentlich nur deutliche Fahrspuren wo es weiter lang geht. Und es wurde auch deutlich schwieriger, extreme Auswaschungen die man queren mußte, dann kurze aber extreme mit groben Steinen durchsetzte Steigungen (das geht nur mit Gewalt), kurze Sandverwehungen, dann über blankgeschliffene Felspassagen, vorbei an tiefen Abgünden und dies immer mit dem Gedanken, „Fritze, wenns zu heavy wird, kehr um“. Denn ich bin alleine und wer weiß wann das nächste Fahrzeug vorbei kommt. So nach ca 20km in dieser einsamen Schlucht kamen dann endlich ein paar Jeeps entgegen. Inzwischen hatte ich jedoch schon so schwierige Stellen gemeistert die ich nur äußerst ungern wieder hinab fahren möchte. Denn abwärts solche schwierige zu Pisten fahren ist schwieriger, jedenfalls für mich, denn aufwärts kann man immer noch am Gas ziehen. Einzelne Stellen ging ich vorher zu Fuß ab, um zu sehen wie ich am besten fahre um hoch zu kommen. So ging es weiter, bis ich zu einem Jeep kam der mit dem linken Vorderrad vom Weg abkam (der Fahrer war ca. 80) und nun mit dem Differenzial aufsitzt. Wir versuchten mit Bergegurte und einer billigen Handwinde den Jeep nach hinten heraus zu ziehen. Keine Chance. Die Amis sind verrückt. So etwas erlebst du nur im Amiland.

Nach ca 20min. kam von oben der nächste Jeep, aber es gab kein vorbeikommen. Heraus ziehen wollte er ihn jedoch auch nicht und er sagte daß ich mit dem Bike weiterfahren solle, denn gleich nach der nächsten Biegung stehe ein Wagen von dem NationalPark und den solle ich herschicken. Das war gut so, denn so konnte ich weiterfahren und mußte nicht im Dreck mithelfen. Doch ich erwischte den Ranger erst nach etlichen Kilometern. Der jedoch durfte nicht helfen und funkte gleich das VisitorCenter an, das jemand Hilfe benötigte. So etwas kann verdammt teuer werden. Von hier aus sah ich dann den legendären Shafertrail, den ich ein paar Tage von oben betrachtete. Eine gigantische Wand baute sich vor mir auf, in der man die Serpentinen sah, wie sich der Weg  da hinauf schlängelte.Jetzt bin ich schon so weit gekommen, auch der Ranger sagte das ich es nun schaffe, denn das schwierigste hab ich bereits hinter mir. So packte ich nochmal allen Mut zusammen und zog Serpentine für Serpentine hinauf. Viele Beobachter standen oben am Canyonrand und beobachten die Autofahrer und mich, die sich auf diesen Trail wagten. Ich bin froh daß ich es geschafft und gewagt habe, obwohl mein armes Motorrad wieder äußerst heftige Schläge abbekommen hat. Hoffentlich muß ich dafür nicht irgendwann einmal büßen.  Das waren etwa nur 3 Stunden, aber es war enorm anstrengend  das schwere Motorrad mit den Koffern an der Seite, in der Spur zu halten und nicht zu stürzen.

CANYONLANDS  ein riesengroßes Wahnsinnsgebiet um sich richtig aus zu toben, aber das nächste mal dann mit dem richtigen Dirtbike. Das war ein schöner gelungener Tag.